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„Auch von Innsbruck war es für uns kein Problem, aktiv bei der Entwicklung des Wohnprojektes Réimerwee mit zu machen. Per Videokonferenz und Telefon, auch bei gelegentlichen Treffen in Luxemburg konnten wir unsere Meinungen einbringen und Wünsche äussern. Für uns ist die Nachbarschaft zu Freunden, die auch in das Wohnprojekt ziehen, besonders wichtig. Wir haben uns gleich nebeneinander liegende Wohnungen gesichert. Nachdem wir jetzt aus Österreich nach Luxemburg zurückgekehrt sind, hatten wir so alle Weichen schon richtig gestellt.„ – Géraldine + Paul


Adhoc realisiert auf dem Kirchberg das erste genossenschaftliche Wohnprojekt in Luxemburg

Was ist ein Wohnprojekt?

Ein Wohnprojekt hat das Ziel, das Leben in einer guten Nachbarschaft möglich zu machen. Alle Mitwohnenden haben ihre eigenen, abgeschlossenen Wohnbereiche. Doch viele Aufgaben des täglichen Lebens werden gemeinsam gelöst: Gemeinschaftsräume sind Treffpunkte für Gespräche, Aktivitäten und den Austausch; Kinderbereiche bieten Spielmöglichkeiten auch innerhalb des Hauses; ein gemeinsamer Waschsalon oder das Angebot von car-sharing im Haus sparen Geld und Ressourcen; ein coworking-Bereich macht das Arbeiten am Wohnort möglich. Die Bewohnerinnen und Bewohner lernen sich bereits vor dem Einzug kennen und können so zuverlässig entscheiden, ob Nachbarschaft und Projekt ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen entsprechen.

Wohnen in der Genossenschaft

Bei einem genossenschaftlichen Wohnprojekt bestimmen die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner viele Dinge selbst. Zum Beispiel: wie gross sind die Wohnungen, welchen Standard haben sie, wie wird gebaut, wie werden alle zusammen leben? Die Nutzer erhalten Wohnungen und Arbeitsflächen. Sie werden nicht Eigentümer. Eigentümerin ist die Genossenschaft, die ein Bauprojekt auch selber finanziert. Die Nutzer müssen Genossenschaftsmitglieder sein, erwerben ihr Wohnrecht durch eine Einlage und zahlen ein Nutzungsentgelt auf Basis einer Kostenumlage.

So gewährleistet ein genossenschaftliches Wohnprojekt, dass nur die tatsächlich entstehenden Kosten in Form des Nutzungsentgeltes umgelegt werden. Die Genossenschaft erwirtschaftet keinen Gewinn. Und alle Mitbewohnerinnen und Mitbewohner haben das höchstmögliche Mitbestimmungsrecht bei allen Dingen, die ihren Wohnort betreffen. Mehr dazu auf der Genossenschafts-Seite.

Die Wohngenossenschaft am Réimerwee

Die Planungen für das Wohnprojekt am Réimerwee sehen für das Gebäude eine Reihe unterschiedlicher Komponenten vor. Unter anderem:

  • bis zu 35 Wohnungen – einige sind noch zu vergeben
  • inclusive Wohngemeinschaft für bis zu 8 Mitwohnende
  • Bistro für BewohnerInnen und für Gäste
  • coworking-space mit dem Schwerpunkt für kreative Berufe
  • eine kleine Bühne
  • Gewächshaus auf dem Dach für die Nahrungsmittel-Versorgung
  • mehrere Gästewohnungen, auch für Feriengäste
  • mehrere speziell für ältere Menschen vorbereitete Wohnungen
  • eine Wohnung für Künstler oder Medienschaffende in zeitweiliger Residenz
  • Wohnraum für business-Zweckgemeinschaften
  • Gemeinschaftsraum, Werkraum, Kühlraum, Fahrradstellplätze, …
  • eigene carsharing-Fahrzeuge

Für alle, die mitmachen wollen, gibt es auf der Seite Aktuelles Termine für die nächsten Treffen. Die Seite Mitmachen informiert darüber, wie man Mitglied der Initiative Réimerwee wird. Und wie sich eine Wohnung bei Adhoc finden lässt, ist auf der Genossenschafts-Seite beschrieben.

Weitere Details zum Wohnen am Réimerwee

© C. Ballini – ballinipitt.lu

Ziel des Wohnprojektes ist es, ein enges soziales Netz zwischen den Bewohner_innen und interessierten Menschen aus dem gesamten Kirchberg-Bereich zu knüpfen. Gemeinsame Aktivitäten, lebendige Kommunikation und Engagement im Stadtteil schaffen so eine lebenswerte Umgebung. Anonymität in einem Neubau-Stadtteil ohne kreative Reize wird durch stabiles Gemeinschaftsleben ersetzt. Der intensive und vielfältige Austausch fördert die Stabilität des Zusammenlebens und trägt dazu bei, dass ein attraktives Wohnumfeld entsteht. Die Menschen leben hier nicht nur gern, sie üben auch auf Außenstehende eine gewisse Anziehungskraft aus.

Anreize für ökologisch verträgliches Leben, Arbeiten und Konsumieren haben am Réimerwee einen hohen Stellenwert. Das wird sich beispielsweise in entsprechender Ausstattung des Gebäudes mit ressourcensparender Energieversorgung niederschlagen. Zahlreiche Gemeinschaftseinrichtungen – vom gemeinsamen Kühlraum über eine Gemeinschaftsküche bis hin zum zentralen Wäscheraum, einer Fahrrad-Garage und Fahrzeugnutzung nach dem carsharing- Modell – tragen außerdem dazu bei, dass selten genutzte Wohnfläche reduziert wird. Das spart Baumaterialien, wenig benutzten Wohnraum und bringt den künftigen Bewohner_innen nicht zuletzt auch wirtschaftliche Entlastung.

Gemeinschaftlich Wohnen beschreibt einen wichtigen Teil des Lebensumfeldes. Seine volle Wirkung kann es jedoch erst entfalten, wenn es sich mit weiteren Lebensbereichen verbindet. Deshalb sind am Réimerwee auch Projekte des gemeinschaftlichen Arbeitens, gemeinsamer kultureller Aktivitäten und ein gemeinsames gastronomisches Angebot integriert. Alle diese Angebote sind offen nach aussen. So bildet sich ein Netzwerk mit zahlreichen anderen Akteuren aus dem Arbeitsleben, das die Gestaltung privater Bedürfnisse beeinflusst. Adhoc schafft damit ein attraktives Quartier auf Kirchberg, das nicht nur ein stabiles Wohnumfeld fördert. Auch darüberhinaus ist es ein Anziehungspunkt für Menschen, die sich in Gemeinschaft mit anderen wohlfühlen.

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